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MIYABI KAWAI BERICHTET

„Klartext“ spricht für uns die TV-Stylistin Miyabi Kawai, die mit der Styling-Doku „Schrankalarm“ (VOX) zum Star wurde. Wir haben sie gefragt: Was war los in den letzten Wochen? Wir spüren einen neuen Wind in der Modewelt…
Es geht ein Ruck durch Deutschland. Na gut, vielleicht eher ein kleiner Schubs – aber die Medienwelt öffnet sich den Kurven, angeregt durch die internationale Bewegung und die wachsende Anzahl von Blogs im sogenannten „Plus Size Segment“. TV-Sendungen wie „Curvy Supermodel“, Hypes um neue Rollenvorbilder und Curvy Modetipps sprießen aus dem Boden, Kurven scheinen das neue „Size Zero“ werden zu wollen.

Aber genau da setzt meine Kritik an: Die Aufmerksamkeit auf kurviger e (auf gut Deutsch dickere) Frauen zu lenken, ist meiner Ansicht nach eine tolle Sache, schließlich gibt es genug von uns und wir haben eine Menge zu sagen.
 
Aber der Grundton dieses neuen Hypes stößt mir unangenehm auf: Plötzlich heißt es, nur Kurven seien sexy, nur wir seien die „echten“ Frauen. Warum bloß funktionieren Hypes immer nach dem Ausschluss-Prinzip? Warum werden wir Frauen einander immer gegenüber gestellt, als würde mit der jeweils anderen etwas nicht stimmen?

Unsere Kurven werden sexualisiert: Wir sind sexy, wir sind was zum Anfassen – aber wollen wir das auch? Ist das überhaupt relevant? Liegt das nicht im Auge des Betrachters?

Und was ist, wenn die „Kurven“ nicht richtig platziert, proportioniert und angeordnet sind?
Denn auch die „kurvigen“ Frauen müssen einem Ideal gehorchen: Viel Brust und Hüfte, ein ordentlicher Booty immer gerne – aber bitte mit ewig langen Beinen. Ein kleines rundes Bäuchlein ist noch akzeptabel, aber straff muss alles sein. Immer scheint die Form unseres Körpers gewissen „Regeln“, „Normen“ oder „Idealen“ unterworfen zu sein. Ausschlaggebend ist dabei aber nicht unsere eigene Meinung, sondern die Dritter, der Gesellschaft, der Medien und nicht zuletzt der Industrie, die uns vormachen will, es stimme etwas mit uns nicht, damit wir ja das nächste Produkt dagegen kaufen.

Ich plädiere für mehr Vielfalt. Für die Akzeptanz von Schönheit in ihrer ganz eigenwilligen, individuellen Form jenseits von Kleidergrößen, Normen und Trends. „Another woman’s beauty is not the absence of your own.“
Also lasst uns feiern, dass Kurven im Trend liegen! Lasst uns hoffen, dass der Trend uns mehr schöne, junge Mode in größeren Größen beschert. Lasst uns daran arbeiten, nicht länger unsichtbar zu sein und zu kaschieren, anstatt modisch und präsent im Leben – und bitte auch in den Medien! – zu stehen.

Aber lasst uns auch wachsam darauf achten, dass dieser neue Hype sich nicht automatisch gegen andere Bodytypes richtet oder wir bloß in die Ecke des „sinnlichen Vollweibs“ gedrängt werden. Wir sind mehr als das, wir sind mehr als Kurven oder Kategorien.

Embrace diversity, umarme die Vielfalt!