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SCHLANK VS. STYLISH

Luciana Blümlein von Luziehtan spricht Klartext: Ein Thema, das ich selbst auf dem Blog immer wieder anspreche, ist: anziehen, worauf man Lust hat. Egal, ob das jetzt jemand unvorteilhaft finden könnte oder nicht. Tatsächlich sind die Rückmeldungen oft zwiegespalten – vor allem, wenn das Outfit sehr körperbetont ist und man wirklich sehen kann, dass hier eine dicke Frau steht. Seit jeher wird dicken Frauen eingetrichtert, wie man mit dem richtigen Outfit „ein paar Pfunde wegmogelt“, wie diese und jene „Problemzone“ kaschiert werden kann und dass ein schwarzer Sack eigentlich stets die beste Wahl ist. Denn Schwarz macht schlank – weiß ja jeder!
Tatsache ist: die typischen Schlankmachertipps findet man nur im Plus-Size-Bereich. Lass hier den Po kleiner aussehen, versteck dort den Bauch, große Brüste hat man so zu verpacken und wenn alles nichts hilft: Schwarz. Genau so sieht auch immer wieder das Hauptangebot der Läden vor Ort aus. Nichtfarben in allen sackig-zipfeligen Formen, wohin das Auge reicht. Dabei sind das genau die Schnitte, die nicht verstecken, sondern schlicht und einfach unförmig machen – und damit die eigentlich unvorteilhafte Kleidung sind. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Vorteilhaft = schlank(er) aussehen (als man ist)
Unvorteilhaft = oh nein, man kann sehen, dass ich dick bin!!!

Ich frage mich: warum sollen wir uns eigentlich immer nur mit der Devise „schlank aussehen“ anziehen? Wer hat festgelegt, dass der Nummer-Eins-Zweck von Kleidung ist, uns möglichst dünn aussehen zu lassen? Warum empfehlen mir als dicker Frau andere, wie ich mich am besten zu kaschieren habe (übrigens ein Wort, das ich niemals freiwillig benutze)? Und wer hat entschieden, dass ich das überhaupt will?
Ich selbst will mich nicht verstecken, nur weil das die Auffassung von „vorteilhaft“ ist. Dass es vielen Frauen genau andersrum geht, verstehe ich natürlich vollkommen – und das ist auch okay so!

Wir selbst entscheiden, worin wir uns wohlfühlen – das ist es, was zählt. Freiheit, wenn wir uns aussuchen, was wir tragen wollen. Und genau diese Freiheit dürfen wir nicht vergessen: manche fühlen sich in kaschierender Kleidung wohl, andere wiederum in körperbetonter – gegenseitige Akzeptanz und kein Verurteilen des jeweils anderen Geschmacks ist das Stichwort.
Als Blogger, der seinen eigenen Style regelmäßig präsentiert, werde ich allerdings immer wieder mit dem Wort „unvorteilhaft“ konfrontiert. Das zeigt, dass noch nicht alle Menschen offen und bereit sind für stylishe dicke Frauen – leider!

Dieses unsinnige Wort springt mir meistens dann entgegen, wenn man bei meinem Look sehen kann, dass ich dick bin. Sprich: bei körperbetonter Kleidung. Kleidung, die das zeigt, was da ist, nicht mehr und nicht weniger. Vor allem dicke Frauen selbst sind es schlicht und einfach nicht gewohnt, das zu sehen, und gehen erst mal auf automatische „Geht gar nicht!“-Haltung. Wohlgemerkt ist das zum größten Teil gar nicht mal ihre eigene Meinung, sondern die, die sie als dicke Frau seit jeher eingetrichtert bekommen – „Du bist dick, du musst das kaschieren!“. Im Hinterkopf finden sie das Outfit vielleicht eigentlich gar nicht mal so übel, aber sind so festgefahren, dass sie es einfach nicht gut finden wollen.
Und genau das ist es, wovon wir uns endlich befreien müssen. Mode muss nicht vorteilhaft sein. Mode muss nicht schlanker machen. Ganz pragmatisch gesagt: Mode muss uns anziehen. Uns selbst dabei gefallen und nicht anderen, geschweige denn vermeiden, anderen damit Stoff zum Lästern zu geben. Wir müssen endlich lernen, dass es egal ist, was andere sagen oder denken könnten, wenn wir anziehen, worauf wir Lust haben, worin wir uns wohlfühlen – ob es gesellschaftlich gesehen vorteilhaft oder unvorteilhaft ist.
 
Stylish ist, was wir daraus machen. Egal, ob es gesellschaftlich gesehen vorteilhaft oder unvorteilhaft ist. Stylish ist, was wir daraus machen und wie wir uns darin fühlen.